Y - Das Magazin der Bundeswehr

Bundesministerium der Verteidigung, Berlin

  • EA 2017
    EA 2017, Magazin (Print)
  • Platin
    Platin

Jurybegründung

Das einmal mehr beeindruckend aufbereitete und monothematisch gefüllte Magazin Y mit dem Titel Der Höchste Einsatz nimmt sich der Themen Verwundung, Sterben und Tod an, zeigt unterschiedliche Blickwinkel auf und lässt Opfer und Täter zur Sprache kommen. Was dem Y-Redaktionsteam mit seinen so facettenreichen wie berührenden Beiträgen gelingt, ist einzigartig.

Das Titelbild zeigt das Porträt eines toten, heimkehrenden Soldaten unter milchiger Plastikfolie. Darauf ist schwarz der Titel Der höchste Einsatz. Tod und Verwundung gedruckt – die Ästhetik mildert die brutale Thematik. Die diesjährige Y-Spezialausgabe wendet sich der schmerzhaftesten Seite des menschlichen Daseins zu. Das Editorial erklärt warum: Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben dürfe kein Tabu für Bundeswehrsoldaten sein. „Jeder von uns steht früher oder später dem Tod gegenüber, aber im alltäglichen Leben findet das Thema kaum statt“, erläutert Sylvia Börner, Chefin vom Dienst des Y-Magazins. „Unsere Zielgruppe ist darüber hinaus beruflich gezwungen, sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen, also wollten wir es thematisieren.“

„Tod und Verwundung werden in der Ausbildung der Soldaten als Zwillingspaar behandelt“, fährt der Y-Chefredakteur Jan Marberg fort. „Hier stoßen sie auch auf die Doppeldeutigkeit, dass sie entweder getötet werden könnten oder möglicherweise selber töten müssen.“ Diese Tatsache greife das Inhaltsverzeichnis mit den Rubriken "Ich sterbe" und "Ich töte" auf. „Damit das Heft nicht nur dunkel bleibt“, erläutert Sylvia Börner, „haben wir die Rubrik "Ich lebe" konzipiert und bewusst an das Heft ende gestellt.“ Was zunächst schwer verdaulich klingt, weckt dennoch Interesse, weil die Überschriften der Artikel tiefsinnige oder notwendige Einblicke versprechen.

Das Layout der Seiten ist großzügig angelegt, bietet den Fotos und Texten viel Raum. Auf diese Weise kann der Leser zurücktreten und reflektieren, was er sieht und liest. Denn die Abbildungen zeugen – wenn auch verhalten – von Gewalt und Schmerz. Dennoch erscheinen die Worte des Stabsfeldwebels Mario K. richtig: „Reden hilft mehr als Schweigen.“ Mario K. hat in Afghanistan zwei seiner Kameraden fallen sehen und erklärt in einem Interview, wie er damit umgeht. Die Y-Redaktion ist Fragen nachgegangen, die sich zunächst makaber anhören: Was passiert im Organismus, wenn ein Mensch stirbt? Wie schließt man eine Patientenverfügung ab? Oder: Mit welchen Ritualen verabschieden sich die Streitkräfte dieser Welt von ihren gefallenen Soldaten? „Wir leben in Deutschland in einer postheroischen Gesellschaft und wurden durch den Zweiten Weltkrieg spezifiziert. Daher erzeugen solche Themen Unbehagen“, weiß Jan Marberg.

Für das Y-Redaktionsteam war der Entstehungsprozess des diesjährigen Heft s eine besondere Herausforderung. Den 15 Redakteuren und Autoren war bewusst, dass sie sich an ein tabuisiertes Thema heranwagten. Und es war nicht leicht, Angehörige der Bundeswehr zu finden, die bereit waren, mit den Autoren über ihre sehr intimen und persönlichen Erfahrungen zu sprechen. Dennoch hatte das Team gute Argumente, die für das Heft gesprochen haben: unbequeme Dinge beim Namen nennen, aufklären, Hilfestellung leisten, Trost spenden. „Wir haben uns bewusst auf dieses Wagnis eingelassen und die positive Resonanz gibt uns recht“, resümiert Jan Marberg.

In der Rubrik "Ich töte" sucht Y eine Antwort auf die Frage, was es bedeutet zu töten. Denn seitdem sich Deutschland an Auslandseinsätzen beteiligt, sind Bundeswehrsoldaten damit konfrontiert, Leben zu nehmen. Warum es gar nicht so einfach ist, einen Menschen umzubringen, und warum Soldaten, die töten, oft in ein moralisches Dilemma geraten – Y gibt mit ausgezeichnet geschriebenen Texten Einblicke und beweist dabei viel Fingerspitzengefühl.

Für "Ich bin verwundet" verfolgt Y die aus acht Stationen bestehende Rettungskette von der Verwundung im Feld über die Versorgung der Notfallsanitäter bis ins Bundeswehrkrankenhaus. Ein Blick in die Geschichte macht deutlich, welchen Fortschritt das Sanitätswesen in den letzten Jahrhunderten erlebt hat. In der Rubrik "Ich lebe" kommen diejenigen zu Wort, die überleben: etwa die beiden Soldaten Meik Briest und Maik Mutschke, die seit ihren Einsätzen in Afghanistan und im Kosovo vom Krieg gezeichnet sind.

Ob medizinisch, psychologisch oder spirituell – die Redakteure und Autoren des Hefts nähern sich den Extremerfahrungen der Soldaten aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Das Magazin verstehen sie auch als eine Verbeugung vor den Leistungen der Soldaten. „Ein Teil der Zielgruppe beklagt das weitgehende Desinteresse der Gesellschaft , und unser Heft hat ihnen gezeigt, dass ihr Einsatz wahrgenommen wird“, weiß Sylvia Börner. „Endlich spricht mal jemand darüber!“, diesen Satz habe das Redaktionsteam inzwischen häufig gehört.

Seitenanzahl: 124
Format: DIN A4
Verarbeitung: Klebebindung, Rotationsfalzbogen und Titelveredelung (Prägung)
Papier: Umschlag: 200 g/m² OmniBulk Innenteil: 85 g/m² NovaPress Matt
Anzahl Redakteure / Autoren: 15
Erscheinungsweise: Sonstiges
Sprachen: Deutsch
Auflage: 45.000
Vertriebskanäle: Y wird an allen Standorten der Bundeswehr im In- und Ausland kostenlos verteilt, die interessierte Öffentlichkeit kann das Magazin abonnieren

Auftraggeber

Unternehmen (Auftraggeber): Bundesministerium der Verteidigung Ministerium (BMVg), Berlin
Webadresse: http://bundeswehr.de
Branche: Ministerium
Anzahl Standorte (national): 1
Mitarbeiter (national): Mehr als 100.000
Gründungsjahr: 1955

Bundesministerin der Verteidigung: Dr. Ursula von der Leyen
Leitender Redakteur: Jan Marberg

Kreation

Konzeption: C3 Creative Code and Content, Berlin
Umsetzung: C3 Creative Code and Content, Berlin

Projektteam

C3 Creative Code and Content
Rotebühlstraße 1
70178 Stuttgart
Deutschland
T
+49 711 90051-100
F
+49 711 90051-101

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