Brief an mein jüngeres Ich

Stuttgarter Lebensversicherung, Stuttgart

  • EA 2018
    EA 2018, Film und Video
  • Silber
    Silber

Jurybegründung

Die Videos Brief an mein jüngeres Ich der Stuttgarter Lebensversicherung sind ausgesprochen authentisch, weil sie Geschichten von und mit Menschen unseres Alltags erzählen. Einen Brief an sich selbst zu schreiben ist eine ausgezeichnete Idee, um eindrucksvoll den Bogen zwischen dem gestrigen und heutigen Leben zu spannen. Die Botschaft , rechtzeitig vorzusorgen, um Altersarmut zu vermeiden, wird auf emotionale Weise vermittelt und erreicht eine breite Zielgruppe.

Wer jung ist, denkt nicht gern ans Alter. Erst einmal soll das Leben genossen werden. Und das in vollen Zügen. Weit weg ist die Zeit, in der es Rente gibt. Wenn es sie denn gibt – in ausreichendem Maße. Schon heute wird mit ihr nicht einmal die Hälfte des bisherigen Einkommens abgedeckt. Und das Rentenniveau in Deutschland sinkt weiter. Wer sich nur auf die gesetzliche Rente verlässt, muss mit Altersarmut rechnen. Diesem brandheißen Thema widmet sich die Stuttgarter Lebensversicherung in ihrer Kampagne Brief an mein jüngeres Ich und bereitet es sehr emotional auf.

Fakt ist, dass sich die jüngere Generation nicht genug um ihre Altersvorsorge kümmert, weil die Vorstellung, Rentner zu sein, zu abstrakt ist. Damit die Relevanz der rechtzeitigen Vorsorge nachvollziehbar wird, setzte die Stuttgarter Lebensversicherung auf Erfahrung. Sie suchte echte Rentner, um herauszufinden, was diese mit ihrem heutigen Wissen in ihrer Jugend anders gemacht hätten. Dass das kein einfacher Weg war, zeigen die Worte von Dr. Linda Dahm, Marketingleiterin der Stuttgarter Lebensversicherung: „Eine besondere Herausforderung war es, Menschen zu finden, die bereit sind, über ihr Leben – auch ihre Versäumnisse – zu berichten. Wir haben in ganz Deutschland gesucht. Monatelang wurde recherchiert, wurden Hausbesuche gemacht, ‚Senioren‘ interviewt. Von über 80 Rentnern, die mitmachen wollten, haben wir schließlich vier ausgewählt.“

Diese vier erfahrenen Menschen sind die Protagonisten der Kampagne. Jeder von ihnen schreibt einen Brief an sich selbst, an sein jüngeres Ich, äußert seine Gefühle und Gedanken. Herausgekommen sind außerordentlich persönliche und ehrliche Geschichten, die in nachdenklich machenden Filmen dokumentiert wurden. Neben verschiedenen Lebensstationen und persönlichen Vorlieben zeigen sie, wie sich der Ruhestand und die Einschränkungen im Alter anfühlen. Alle Filme sind mit einer ruhigen Musik unterlegt, die von dem Gesprochenen nicht ablenkt. Die abschließende Botschaft der vier Briefschreiber fordert zum Vorausdenken und Vorsorgen auf.

Willi ist 75 Jahre alt und schreibt an sein 38-jähriges Ich. Er hat viel durchgemacht: Seine Mutter starb früh. Später verlor er seine Arbeit, fand jedoch wieder eine neue. Trotz seines langen Berufslebens dachte er nicht an Vorsorge, sondern träumte lieber vom Lottogewinn und von einem Bauernhof. Beide Wünsche erfüllten sich nicht.

Der 69-jährige Jürgen sieht sich mit 22 Jahren. Stark war er, damals, und voller Energie. Er war ein Lebemann und genoss alles, was ihm das Leben bot. Das Geld saß locker – und so leistete er sich auch den besonderen Luxus, die Welt zu bereisen. Nun bleibt ihm nur eine Rente von wenigen Hundert Euro.

Sonja überdenkt mit 65 Jahren beim Schreiben ihr Leben. 1989 fiel die Mauer. Das machte sie überglücklich, weil sie dadurch die Freiheit hatte, überall dort hin zugehen, wo es ihr gefiel. Doch mehrere Schicksalsschläge holten sie ein: Ihr Mann starb früh, und ihr Geschäft ging kaputt. Jetzt – im Alter – hat sie genug Zeit, um zu reisen. Leider fehlen ihr dazu die nötigen Mittel.

Uschi ist 64. Früher ging es ihr nicht gut, weil ihr verstorbener Mann spielsüchtig war. Da ihre Mutter ihr finanziell half, konnte sie die entstandenen Schulden begleichen. Sie hat zwar noch ihre Witwenrente, aber an die eigene Vorsorge dachte auch sie nicht.

Eine Besonderheit der Spots ist, dass sie weder belehrend wirken noch auf die Tränendrüse drücken. Das und der Einsatz von echten Menschen waren der Stuttgarter Lebensversicherung sehr wichtig. Dr. Linda Dahm äußert dazu: „Wir wollten nicht belehren oder ermahnen. Wir wollten am Beispiel von realen Menschen zeigen, wie es ist, wenn das Geld nicht reicht. Keine Schauspieler, sondern echtes, bewegendes Leben.“ Sie führt weiter aus: „Wir danken unseren Protagonisten. Sie haben uns Einblick in ihr Leben gegeben. Sie stehen beispielhaft für viele von Altersarmut Betroffene. Das sind ganz normale Menschen, die eben nur leider nicht ausreichend vorgesorgt haben.“

Webadresse: www.initiativegegenaltersarmut.de
Länge: 1:16 bis 1:46 Minuten
Technisches Format: Online-Stream
Interaktivität/Menüpunkte: Verlinkt auf die Kampagnenwebsite der "Initiative gegen Altersarmut" www.initiativegegenaltersarmut.de
Sprachen: Deutsch
Vertriebskanäle: Online / Social-Media-, z. B. YouTube-Präsentationen, Veranstaltungen, Messen, persönliche Beratungsgespräche

Auftraggeber

Unternehmen (Auftraggeber): Stuttgarter Lebensversicherung a.G., Stuttgart
Webadresse: www.stuttgarter.de
Branche: Versicherungen
Anzahl Standorte (national): 5 bis 10
Mitarbeiter (national): Mehr als 500
Gründungsjahr: 1908

Leitung Marketing: Dr. Linda Dahm
Projektleitung: Annibale Picicci
Projektmitarbeit: Nina Schäfer

Kreation

Konzeption, Umsetzung: achtung!, Hamburg
Beratung: Franziska Wolf
Strategie: Robert Hoyer
Konzeption: Franziska Wolf
Text: Lars Joseph
Regie: Fritz Unruh

Projektteam

achtung!
Straßenbahnring 3
20251 Hamburg
Deutschland
T
+49 40 45021050-0

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