Botschaften im Schnee

Über 3.500 Fanbotschaften wurden von der SWISSCOM zu einem gigantischen Schneekunstwerk zusammengefasst. Ein Schneeroboter zeichnete das "Snow Drawing" über zwei Tage hinweg in einer Linie in den Schnee. Dabei machten Wetter und Lichtbedingungen die Aktion extrem schwer planbar. Alexander Münzer, Producer sowie Arne Stach und Malte Bülskämper, beide Creative Director bei der Agentur HEIMAT, Berlin, berichten im Interview darüber, wie die Kommunikation im Schnee sichtbar gemacht wurde.

EF Was hat Sie zu dieser Umsetzung inspiriert?
AM, AS, MB: Ziel war es, bei der Ski-WM eine einzigartige Verbindung zwischen Fans und Athleten zu schaffen. Die #snowdrawings sollten genau das auf eine spektakuläre Art und Weise erreichen. Inspiriert zu dieser Umsetzung haben uns sowohl die Begeisterung der Schweizer Skifans, die Gegebenheiten vor Ort in St. Moritz als auch die Technologie, die wir zusammen mit UNIT9 erarbeitet haben.

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Swisscom (Switzerland), Bern, Schweiz

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#snowdrawings

Swisscom (Switzerland), Bern

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Wie konnten Sie den Kunden – trotz vieler nicht planbarer Komponenten – von der Idee überzeugen?
Wenn man den Kunden davon überzeugen will, ein Risiko einzugehen, muss man zu 100 Prozent an die Idee glauben. Und mit einer Euphorie und Hartnäckigkeit an die Umsetzung herangehen, die auch den Kunden letztlich ansteckt. Aber als Erstes muss natürlich das Konzept an sich überzeugen.
Nach einer intensiven Recherche und Entwicklungsphase wurde uns allen klar, dass es sich auch tatsächlich so perfekt umsetzen lässt, wie wir es uns gewünscht haben. Dann gab es kein zurück mehr – weder für uns noch für den Kunden.

Welches war die größte technische Herausforderung?
Die größte technische Herausforderung war es, ein sehr exaktes GPS zu entwickeln, damit die Schrift im Schnee wirklich gut lesbar ist. Herkömmliches GPS wäre nicht genau genug gewesen. Die Schneepflüge mussten so umgebaut werden, dass sie eigenständig, fehlerfrei und sehr akkurat die Botschaften der Fans in den Schnee fräsen konnten. Zusätzlich musste eine eigene Schrift entwickelt werden, damit sich das gesamte Bild als „One-Line-Drawing“ realisieren ließ.

„Besonders gut haben mir die technische Umsetzung mit dem Schneeroboter und die Übertragung der digitalen Kommunikation in eine reale Umwelt an einem besonderen Ort, der auch eine ganz eigene Ästhetik und besondere Bedingungen mitbringt, gefallen. Es ist schwierig, an so einem Ort Kommunikation überhaupt sichtbar zu machen. Eine sehr direkte Kommunikation mit den Sportlern – über den Umweg des Digitalen.“

Prof. Kora Kimpel, Professorin für Interface- und Interactiondesign an der Universität der Künste Berlin (UdK)

Hatten Sie einen Plan B für schlechtes Wetter?
Natürlich gab es eine Art „Worst Case Scenario“ und einen entsprechenden Plan B, aber darauf möchten wir an dieser Stelle ungern im Detail eingehen. Zum Glück hat Plan A ja funktioniert.
Aber selbstverständlich muss man sich bei einer Aktion dieser Größenordnung auf die verschiedensten Wetterverhältnisse vorbereiten. Die Menge des Schneefalls und die Beschaffenheit des Schnees waren schwer vorherzusehen. Zudem mussten die Roboter immer wieder dem Schneefall entsprechend feinjustiert werden, um letztlich ein perfektes Schneebild kreieren zu können.

Mit Blick auf die Resonanz, was hat Sie besonders überrascht bzw. begeistert?
Besonders begeistert hat uns, wie emotional die Verbindung der Fans zu ihrem Nationalteam und zum Skisport ist. Eine WM im eigenen Land ist natürlich immer etwas ganz Besonderes. Es ist vergleichbar mit dem Sommermärchen 2006 in Deutschland. Daher war es uns eine Ehre, all die emotionalen Botschaften der Fans an ihre Stars heranzutragen. Zum Glück haben die Schweizer Athleten dann auch einiges an Edelmetall gewonnen.
 

 

Im Wettbewerb der Megaphon Awards 2018 ausgezeichnet mit:

  • Silber in der Kategorie Out of Home (Aktivitäten)

  • Bronze in der Kategorie Digitale Medien (Digitale Kampagne)

Beiträge aus dem Archiv

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