Der Dienstag ist rot

Um die Welt von Synästhetikern erfahrbar zu machen, entwickelte die Deutsche Synästhesie-Gesellschaft zusammen mit der Agentur denkwerk eine VR-App, mit der sie den Nutzern eine synästhetische Brille aufsetzte. Im Interview geben Alina Schlaier, Design Director und Alex Mitzkus, 3-D-Artist bei der Agentur denkwerk Einblick in die Entstehungsgeschichte der App "The world through different eyes", die es ermöglichen soll, die Welt mit den Augen eines Synästhetikers zu sehen.

EF: Wie ist die Idee entstanden?
Alina Schlaier und Alexander Mitzkus: Wir waren von Anfang an fasziniert von der Idee, auf der einen Seite Menschen mit Synästhesie in ihrem Alltag kennenzulernen und vorzustellen und gleichzeitig das Phänomen zu erläutern, indem wir es nachvollziehbar machen. Eine Website mit einer Interviewreihe und interaktiven Visualisierungen, gekoppelt mit einer vollkommenen synästhetischen Realität als VR, erschien uns da die beste Lösung.

"Virtual Reality als Medium zu nutzen, um Synästhesie erfahrbar zu machen, um einzutauchen in eine Welt, die mehrere Sinne gleichzeitig anspricht, ist eine passende Umsetzung. Man greift hier die besondere Stärke von Virtual Reality, ein ganz immersives Erlebnis zu ermöglichen, gekonnt auf."

Was macht Virtual Reality zum richtigen Medium für diese Arbeit?
Jeder Synästhetiker hat eine andere neurologische Verknüpfung zweier Sinne. Es ist in etwa so wie bei „Alice im Wunderland“. Eine VR-Erfahrung bietet sich geradezu an. Mit unserer VR-App setzen wir sozusagen den Nutzern eine synästhetische Brille auf.

Denkwerk Synästhesie 1

Welche Herausforderungen gab es bei der Visualisierung?
Es ist sehr schwierig, die individuell völlig unterschiedlichen angeborenen synästhetischen Phänomene zu visualisieren. Wir haben sehr genau zugehört, viel nachgefragt und schließlich alles direkt in 3-D am Rechner gebaut – und so lange geändert und nachjustiert, bis es passte.

Archivbeiträge

The world through different eyes

Deutsche Synästhesie-Gesellschaft, Aukrug

  • Gold

Gab es technische Herausforderungen?
Um eine möglichst einfache Nutzung und Verbreitung zu gewährleisten, haben wir uns für Smartphones mit Cardboard oder VR-Headset entschieden. Weil wir bei der Darstellung auf Räumlichkeit und Tiefe nicht verzichten wollten, waren wir auf das Realtime-Rendering der Smartphones angewiesen und mussten unsere 3-D-Objekte an deren begrenzte Rechenkapazität anpassen. Wir mussten teilweise tief in die Trickkiste greifen oder hier und da etwas zweckentfremden, um jedes synästhetische Phänomen absolut korrekt darzustellen..

Denkwerk Synästhesie 2

Was hat Sie in Hinblick auf die Resonanz zu der Arbeit am meisten überrascht?
Am schönsten waren die Reaktionen der vier Synästhetiker, mit denen wir das Projekt umgesetzt haben. Einige haben sogar vor Rührung geweint, weil sie zum ersten Mal in ihrem Leben ihre Synästhesien mit ihrer Familie und Freunden wirklich teilen konnten. Das war sehr berührend.

 

Im Wettbewerb der Megaphon Awards 2018 mit Gold in der Kategorie Digitale Medien (Mobile/Apps) ausgezeichnet.

Beiträge aus dem Archiv

The world through different eyes

Deutsche Synästhesie-Gesellschaft, Aukrug

  • Gold
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