ICH KANN IHNEN NICHT GANZ FOLGEN

Während auf Twitter Marken normalerweise versuchen, möglichst viele Follower und Reichweite zu generieren, nutzte die Agentur Leo Burnett die Online-Plattform für seinen Kunden Fiat und deren Modell Abarth 500 radikal anders.
EIN BEITRAG VON ANJA RÜTZEL

BRONZE IN DER KATEGORIE DIGITALE MEDIEN
LEO BURNETT, FRANKFURT AM MAIN
FIAT GROUP AUTOMOBILES GERMANY AG »ABARTH 500 #ZERO FOLLOWERS«

Die Idee hinter der Kampagne: Einem wirklich schnellen Auto kommt man nicht hinterher. Deshalb eröffnete Leo Burnett den weltweit ersten Twitter-Account, dem man nicht folgen kann. Jeder, der es versuchte, wurde gnadenlos abgehängt und erhielt per Sofortnachricht zum Trost eine Einladung zu einem Testdrive auf einer bekannten Rennstrecke.

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Auch Chuck Norris kann dem Abarth 500 nicht folgen

Eine Marke, die sich kokett verweigert, das ist eine unkonventionelle und originelle Umdeutung gängiger Social-Media-Standards, die irritierte – und in der Folge auf clevere Art Begehrlichkeiten weckte. Als Alternative für die versagte Followerschaft bot der Wagen seine Freundschaft auf einem anderen Kanal an: „You can’t follow the @Abarth500_DE. But you can like Abarth Germany on facebook.“ Der letzte Tweet des Twitterflitzers war schließlich so knapp und keck wie die bisherige Kommunikation: „Too fast for long goodbyes. Arrivederci, baby!“

Im Interview erklärt Maren Dragon, Manager Brand Marketing Communications bei der Fiat Group Automobiles Germany AG, die Hintergründe – nicht im typischen, mitunter zu ausschweifenden Sätzen neigenden Branchensprech, sondern – passend zur Kampagne – in twittertypischen Knackigsätzen.

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(Veröffentlicht im Buch zum JAHR DER WERBUNG 2014, Band 51, erschienen im Econ Verlag)

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Anja Rützel

Anja Rützel

Anja Rützel studierte Rhetorik und Kulturwissenschaft in Tübingen. Verwarf ihre halbfertige Magisterarbeit über „Visuelle Rhetorik: Sex in der Werbung“ und schrieb lieber über „Die Macht der Rede in Buffy the Vampire Slayer“. Veröffentlichte Artikelserien über Ameisenbären und die Luftwaffe, anschließend Redakteurin und Kolumnistin der Financial Times Deutschland. Miterfinderin und Reporterin des Business-Lifestylemagazin Business Punk, für das sie mit Lapo Elkann stritt und Whisky mit Investmentbankern trank, die sich gern als Darth Vader verkleiden.

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