Mehr ToleranzZeit

Als in Deutschland das angekündigte Kopftuchverbot des Europäischen Gerichtshofs öffentlich diskutiert wurde, veröffentlichte die Deutsche Bahn auf ihrer Facebook-Seite ein Video, das für noch mehr Diskussionsstoff sorgte und dabei für mehr Toleranz plädierte. Peter Roemmelt, Executive Creative Director der Agentur Ogilvy & Mather, berichtet im Interview, wie die Idee zu dem auf Social Media viel geteilten Films „Mehr ToleranzZeit“ entstand.

EF: Wie entstand die Idee, und konnten Sie die Deutsche Bahn gleich davon überzeugen?
Peter Roemmelt: Die Idee entstand bei der redaktionellen Planung für die Social-Media-Kampagne der Deutschen Bahn. Bei der Recherche nach Ereignissen, auf die wir mit Facebook-Posts tagesaktuell reagieren können. Eines dieser Ereignisse war die Ankündigung, dass der Europäische Gerichtshof am 14. März 2017 das lange erwartete Urteil zum Kopftuchverbot verkünden wird.
Hier wurde die Idee geboren, genau an diesem Tag einen Film zu posten, der die Haltung der Bahn zum Thema kommuniziert. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Die Filmidee im Zusammenspiel mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung war dann so überzeugend, dass bei der Deutschen Bahn keine weitere Überzeugungsarbeit notwendig war.

Archivbeiträge

Mehr ToleranzZeit.

DB Mobility Logistics, Berlin

  • Silber

Drei Adjektive, welche die Projektphase am besten beschreiben?
Schnell, gut, günstig. Eigentlich unmöglich.

DB ToleranzZeit

Welche Reaktionen auf das Facebook-Video haben Sie besonders überrascht?
Die Tatsache, dass das Video auch international zum Thema wurde und zum Beispiel von der BBC, der Huffington Post oder TRT, dem größten türkischen TV-Sender, besprochen wurde. Weniger überraschend war, dass der Film extrem polarisiert hat. Er wurde zwar von vielen geliebt, aber aus der rechten Ecke auch mit unzähligen Hasskommentaren attackiert.

"Da schnappt sich die Deutsche Bahn eines der gängigsten Klischees, die Ausländerin mit Kopftuch, und speist im ersten Teil des Spots alle Vorurteile, die damit verknüpft sind, um dann aufs Schönste mit allen Erwartungen zu brechen. Der Zuschauer ist genauso überrascht wie der Mitfahrer im Spot und fühlt sich in seinen innersten Gedanken ertappt. Heilsam, wirksam, ein gut getexteter, perfekt gecasteter und schön gefilmter Knaller voller Symbolik, der noch lange nachwirkt. Nie war mir die Deutsche Bahn so sympathisch. Werde mal wieder damit fahren." 

Anne-Friederike Heinrich, Chefredakteurin der Werbewoche und der Werbewoche Branchenreports in Zürich

Im Wettbewerb der Megaphon Awards 2018 ausgezeichnet mit Silber in der Kategorie Digitale Medien (Social-Media-Aktivitäten).

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