Refresh Telekom Headquarter

Die Umgestaltung einer Unternehmenszentrale ist eine große Herausforderung. Dieser stellten sich erfolgreich die Deutsche Telekom und die Agentur Orange Council – vor allem durch die umfangreiche Einbindung der Telekom-Mitarbeiter. Dr. Bernhard Zünkeler, Partner der Agentur Orange Council und Kurator des Projektes „Refresh Telekom Headquarter“ erzählt im Interview mehr über die Hintergründe des kreativen Umbaus des Telekom Hauptsitzes.

EF: Auf welcher Grundlage haben Sie die Künstler für den Umbau ausgesucht?
Dr. Bernhard Zünkeler: Individualität und Diversität ist eine der großen Stärken künstlerischen Schaffens. Außerdem ging es bei dem Projekt darum, eine funktionszentrierte Denke zu emotionalisieren. Durch disruptive Interventionen können Gewohnheiten aufgebrochen werden. Hier gibt es Künstler, die sich auf solche Aufgaben freuen und genau die haben wir versucht auszuwählen.

Archivbeiträge

Refresh Telekom Headquarter

Deutsche Telekom AG – GSUS – Real Estate Management, Köln

  • Silber B2B-Kommunikation
  

Welchen Filmtitel würden Sie der Arbeit an diesem Case geben?
ER (Emergency Room), Arbeitsräume werden mehrheitlich in ihrer Bedeutung unterschätzt, sind aber auf vielen Ebenen für Unternehmen extrem wichtig. Die Bedeutung des JETZT und der Unterschied von MACHEN und SEIN tritt in der Hektik des Alltags oft in den Hintergrund.  
Die Projektverantwortlichen der Deutschen Telekom haben das erkannt. Im Zuge der Digitalisierung und Dezentralisierung wird oft vergessen, dass Räume Ankerpunkte, Inspirationsquellen und Identifikationsorte sind, die Kooperation befördern. in diesem Sinne wurde aktiv und schnell gehandelt. 

Welcher Soundtrack hat Sie während der Erstellung der Arbeit motiviert?
Forrest Gump (Getreu dem Motto: variatio delectat oder gib dem Zufall eine Chance). Ein Unternehmen von der Größe der Deutschen Telekom lässt sich nicht auf ein Thema festnageln. In der Kommunikation sollte Freiheit herrschen und das reflektiert das Projekt.

Welche Reaktionen auf den Umbau haben Sie besonders überrascht?
Die unmittelbaren Auseinandersetzungen und polarisierenden Gespräche waren gewünscht, in der Vielzahl und Unterschiedlichkeit aber doch überraschend. Ein Projekt, bei dem sich manche Tagesordnung durchaus geändert hat. 

"Die Umgestaltung einer Unternehmenszentrale ist eine große Herausforderung. Es geht nicht nur darum, das passende Design zu finden sondern auch eine Atmosphäre zu schaffen in der sich die Mitarbeiter wohl fühlen. Im Falle der Telekom ist das gelungen. Bei der künstlerischen Auseinandersetzung mit der vorhandenen Firmen-DNA wurden die Mitarbeiter einbezogen. So entstand eine Raumgestaltung, die sich spürbar durch Kreativität und Verbundenheit zum Unternehmen auszeichnet."

Marlene Auer, Chefredakteurin beim Manstein Verlag

Gab es Vorschläge von Mitarbeitern, die zu ausgefallen waren, um sie umzusetzen?
Natürlich gibt es bauphysikalische, brandschutz- und arbeitssicherheitstechnische Grenzen, die man nicht umgehen kann. Aber die Gedanken sind frei. Und deswegen sind auch die Ideen der Mitarbeiter, die im Moment vielleicht zu gewagt erschienen, nicht vom Tisch. Es entsteht ein permanenter Dialog, der hoffentlich auch nicht zu Ende geht. Ideen kommen von Ideen und oft lassen sie sich an anderer Stelle nieder, wie man denkt. Immerhin haben wir unter dem Stichwort Visionen, die eingesetzten Möbel eines sog. Meeting-Points vorab von echten Kamelen durch den Wald tragen lassen, um die dabei von der „Fata Morgana“ entstandenen Fotos schließlich als Raumtapete zu verwenden. 

Refresh Telekom Headquarters

Welcher gestaltete Gegenstand gefällt Ihnen am besten?
Mir fällt es bei den buchstäblich hunderten von Objekt-Ideen schwer etwas herauszuheben, aber in meinen Augen sind unter den Stuhlobjekten bereits jetzt schon museumsreife Klassiker entstanden. Persönlich finde ich die Variationen von Schubkarrensesseln einen echten Augenöffner. 

Wie halten Sie den kreativen Dialog auch weiterhin am Leben?
Wenn wir wagemutig genug waren, geschieht dies von ganz allein. Das ist unser persönlicher Evaluationsprozess. Sollte man nach dem Projekt nichts mehr hören, dann waren wir einfach zu wenig relevant. Glücklicherweise gab es den Fall bei unseren Projekten noch nicht. Auch hier hat die Deutsche Telekom viel Mut bewiesen, sich auf dieses Abenteuer mit dem unbekannten einzulassen. Deswegen bin ich mir sicher, dass der Dialog anhält.

 

Im Wettbewerb der Megaphon Awards 2018 ausgezeichnet mit Silber in der Kategorie B2B-Kampagne.

Beiträge aus dem Archiv

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Deutsche Telekom AG – GSUS – Real Estate Management, Köln

  • Silber B2B-Kommunikation
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